„Quartiersdialog in Kessenich und Dottendorf“ am 21. Juni 2018

Stellungnahme des Kleingärtnervereins Bonn-Süd e.V.
beim „Quartiersdialog in Kessenich und Dottendorf“ am 21. Juni 2018

Gerne möchten wir die Chance des Quartiersdialogs in Kessenich und Dottendorf nutzen, um unsere Position bezüglich der Grünfläche zwischen Rheinweg und den Südstadtgärten darzulegen.

Wir fordern den Erhalt der Fläche des Kleingärtnervereins Bonn-Süd e.V. in der jetzigen Nutzungsform.

 

Wir tun etwas für die Kleingartenanlage!

Die Kleingartenanlage besteht seit über 70 Jahren und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Sie umfasst 45 Gärten mit ca. 80 Gärtnerinnen und Gärtnern sowie etwa 20 Kindern und Jugendlichen. Die soziale Struktur der Mitglieder ist gemischt, sowohl hinsichtlich des Alters (20 bis über 80 Jahre) als auch hinsichtlich der Herkunft (sechs verschiedene Nationalitäten). Der Kleingarten bietet Menschen ohne Wohnungsgarten die Gelegenheit, in erreichbarer Nähe zu gärtnern.

Satzungsgemäß baut jedes Mitglied in seinem Garten Obst und Gemüse an und trägt so zur lokalen ökologischen Selbstversorgung bei. Der Anbau geschieht pestizidfrei und vorwiegend unter dem Gesichtspunkt des nachhaltigen naturnahen Gärtnerns und mit Blick auf die Erhaltung der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Zwei Imker halten ihre Bienen in unseren Gärten, die für die Befruchtung unserer und auch aller benachbarten Obstbäume und -sträucher sorgen.

Die Struktur ist kleinräumig, und die Art der Pflege variiert von Garten zu Garten, so dass unsere Grünfläche ein sehr viel breiteres biologisches Spektrum bietet, als es eine einheitlich gepflegte Parkanlage vermag. Auf unseren Gemeinschaftsflächen haben wir beispielsweise Wildblumenwiesen, Bienenhotels sowie Nisthilfen für Fledermäuse und Vögel eingerichtet. In der Vergangenheit wurden Zauneidechsen, Hirschkäfer, Fledermäuse, viele verschiedene Vogelarten (u.a. ein Pirol) und ein lebendiges Insektengefüge beobachtet. Sie alle finden die benötigten Strukturen vor, und das Nahrungsangebot ist vorhanden.

Für die Mitglieder unseres Vereins geht es aber nicht ausschließlich um das Gärtnern und den Erhalt der Artenvielfalt, sondern auch um den sozialen Aspekt in unserem Verein. Verschiedene Kulturen treffen aufeinander und tauschen sich aus. Die Familien können ihren Kindern unbeschwerte Naturerfahrungen anbieten, und wenn aus Kindern Jugendliche werden, bieten die Gärten einen gern genutzten Rückzugsort. Somit bereichert die Grünfläche das soziale Miteinander und stellt für viele Nutzer ein zweites Zuhause dar.

Wir tun etwas für Kessenich!

Auf folgende Angebote unseres Vereins für die Öffentlichkeit möchten wir besonders hinweisen:

  •  Der Durchgang über den Hauptweg ist während des Sommers für Besucher frei. Viele Gäste genießen den Spaziergang durch unsere kleinteilige Anlage. Den Besuchern stehen auch eine von uns gepflegte Obstwiese und ein Hochbeet mit Kräutern und Gemüse zur Verfügung, an dem sie sich bedienen dürfen.
  •  Es besteht eine Kooperation mit der Kessenicher Kita Wolke 7, der wir einen unserer Gärten zur Verfügung stellen; einmal wöchentlich kommen etwa 20 Kinder mit ihren Betreuerinnen. Sie pflegen und ernten in ihrem Garten verschiedene Obst- und Gemüsesorten, die in der Kita die Mahlzeiten bereichern. Der Verein hat den Garten kindgerecht gestaltet und spezielles Gartenwerkzeug angeschafft.

    Seit vielen Jahren gibt es Veranstaltungen, die auch von den Nachbarn unserer Kleingartenanlage und anderen Interessierten gut angenommen und geschätzt werden:

– Die regelmäßige Teilnahmen an der Aktion „Offene Gartenpforte Rheinland“ der Stadt Bonn; hier können nicht nur viele unserer Gärten besichtigt werden, sondern mit verschiedenen Kunstevents (Malerei, Fotografie, Skulpturen, Musik, Theater) trägt sie zur kulturellen Bereicherung in Kessenich bei.

– Die jährlich im Frühjahr stattfindende Pflanzentauschbörse

– Der jährlich stattfindende Obstbaum-Schnittkurs

– Die „Lernwerkstatt essbare Wildkräuter“ und ein Kompostierkurs im Rahmen des Frühlingsfestes.

Wir tun etwas für das Bonner Klima!

Bonn benötigt kleine grüne Oasen, die für Frischluft und lokal für Abkühlung sorgen. Schon das Konzept des Integrierten Freiraumschutzes von 2012 kam als informelle Abwägungsgrundlage für die Bauleitplanung zu dem Schluss, dass die bahnparallelen Grünflächen freigehalten werden müssen.

Gesunde, nachhaltig genutzte Böden bieten ein hohes Wasserspeichervermögen, das auch bei Starkregenereignissen zur Regulierung des Abflusses beiträgt.

Die Stadt Bonn ist Mitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und hat die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterschrieben.

Bonn hat als UN-Stadt eine besondere Vorbildfunktion für das Thema Artenschutz und Biodiversität

Deshalb fordern wir den Erhalt der bereits heute hochwertigen Flächen!

In der Nachbarschaft unserer Kleingartenanlage konnten wir in Kessenich und Dottendorf in der jüngeren Vergangenheit miterleben, wie grüne Flächen gerodet und überbaut wurden (Wohnanlage Südstadtgärten, Bürokomplex „Haus der Höfe“, Bahnhof UN-Campus).

Aus all diesen Gründen plädieren wir für den Erhalt dieser innerstädtischen Freiflächen und für eine weiterhin hohe Lebensqualität in den Stadtteilen Kessenich / Dottendorf und somit der Bundesstadt Bonn. Die Aufrechterhaltung dieses kleinen Paradieses kostet die Stadt Bonn keinen Cent.

Lasst den schönen Worten Taten folgen!!!

Gerne bietet der Kleingärtnerverein Bonn-Süd e.V. eine Besichtigung der Anlage an. Kontakt: Stéphane Picard (Vorsitzender, E-Mail: p_sp@gmx.de)

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„Quartiersdialog in Kessenich und Dottendorf“ am 21. Juni 2018

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