Apfelbaumschnittkurs – Sa. 13. Februar 2016

secateur

Grundlagen:

Wurzel und Krone bedingen einander, das heißt, die Unterlage bestimmt die Größe des Baumes. Die Veredlungsstelle muss sich immer oberhalb der Erde befinden, da sonst der Stamm eigene Wurzeln bilden kann. Der Stamm ist die Auflage oder Edelreis = Sorte.

Das Holz durchläuft verschiedene Lebensphasen.

  • Juvenile = Wachstum, Aufbau seines Habitus,
  • Generative = Fortpflanzung, Fruchtbildung,
  • Adulte = Vergreisung, weniger Jungholzbildung.

Die Regel 1-2-3: 

  1. Jahr = Fruchtrute,
  2. Jahr = bilden sich an der Fruchtrute kurze Seitentriebe = Fruchtspiese = Höchste Ertragsphase,
  3. Jahr = Fruchtspiese entwickeln kein Längenwachstum = Verkrüppelung.

Danach sollte man die Zweige abschneiden. Kernobst braucht Sonne auf der Frucht, daher sollte die Krone licht und gut durchlässig sein: „man sollte einen Hut durchwerfen können“.    Jede Krone benötigt ein Grundgerüst aus 3-5 Leitästen und einer Spitze. Jeder Baum will eine Spitze haben, kappt man diese, übernimmt ein Ast die Aufgabe und wächst als Spitze.

Schnittregeln:

Der Schnitt erfolgt in mehreren Schritten, die man nacheinander erledigt, indem man immer wieder um den Baum herum geht:

  1. Erziehung = Kronenaufbau, 3-5 Grundäste, eine Spitze
  2. Krankes oder oder durch Bruch verletztes Holz Holz abschneiden
  3. Zu steiles, nach innen oder nach unten wachsendes Holz entfernen
  4. Triebe die zu dicht nebeneinander oder übereinander stehen entfernen. Behindern sich zwei Zweige, muss einer davon abgeschnitten werden
  5. Bei ungepflegten Bäumen auch einen größeren Teil des Krüppelholzes entfernen.

Nie mehr als 30-35 % in einem Jahr abschneiden. Wurde lange oder noch nie geschnitten, ggf. die Erziehung über mehrere Jahre durchführen.

Äste oder Zweige nicht einkürzen, sondern immer komplett abschneiden oder aber ableiten, d.h. an einer Verzweigung abschneiden und so den Saft auf die verbleibende Abzweigung umleiten. Der Safttrieb ist bei senkrecht nach oben stehenden Zweigen am stärksten, daher kann es z.B. für die Spitze sinnvoll sein, eine Saftbremse einzubauen, also auf eine Verzweigung abzuleiten, die einmal um die Ecke geht. Saftbremse wird i.d.R. nur bei der Spitze angewendet, weil diese sehr steil steht. Äste und Triebe sollten im Idealfall in einem Winkel von 45°stehen.

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Apfelbaumschnittkurs – Sa. 13. Februar 2016

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