Aldi soll in Kessenich keine Kleingärten verdrängen

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NABU und BUND sprechen sich gegen den Bau eines Aldi-Markts auf dem Gelände der Kleingärten entlang der Bahntrasse aus.

Die Kleingärten in Dottendorf und Kessenich bilden bislang einen fast durchgehenden Grüngürtel entlang der Bahntrasse. Viele dieser Gärten werden ökologisch bewirtschaftet und bilden mit ihrem alten Baumbestand sowie den kleinräumigen Hecken, Gebüschen und Beeten vielfältige Strukturen für Vögel und Insekten. „Selbst jetzt im Vorfrühling sind schon enorm viele verschiedene Vogelarten in den Gärten zu beobachten, und zum Sommer hin wird sich das noch weiter steigern“ sagt Frank Wissing vom Naturschutzbund (NABU) Bonn. Hinzu kommt, dass diese Flächen ein wichtiger Bestandteil des Integrierten Freiraumsystems (IFS) der Stadt Bonn sind. Die offenen Grünflächen dieses Freiraumsystems sollen ein ausgeglichenes Stadtklima sicherstellen und innerstädtische Biotope untereinander sowie mit den äußeren Naturflächen wie dem Kottenforst verbinden. So wurde auch im letzten IFS-Bericht der Stadt Bonn aus dem Jahr 2012 sehr nachdrücklich darauf hingewiesen, diese Flächen offen zu halten und nicht zu überbauen. „Umso widersinniger ist der Plan, dort jetzt einen großen Aldi-Markt mit zugehörigen Parkplätzen zu errichten“ , so Herbert Weber vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Bonn. Die Bahntrasse selbst heizt sich im Sommer tagsüber stark auf und trägt erheblich zur Überhitzung der Innenstadt bei. Das Ziel der Klimaregulation der Bonner Innenstadt durch die Zufuhr von kühler Frischluft an heißen Tagen kann nur durch einen durchgehenden Grüngürtel begleitend zu Bahntrasse erreicht werden. Und angesichts des großen Rückstaus am Bahnübergang Rheinweg muss eine weitere Ansiedlung von Gewerbeflächen mit erheblichen Kunden- und Anlieferverkehr in diesem Bereich unbedingt vermieden werden. Im Ortszentrum Kessenich gibt es bereits jetzt sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, einen Bedarf für einen weiteren Discounter in Konkurrenz zu den gewachsenen Strukturen gibt es nicht. Auf den Flächen direkt an der Reuterbrücke im Bereich des ehemaligen Autohauses und den dort angrenzenden Kleingärten wurden bereits Fakten für ein Wohnungsbauprojekt geschaffen. So wurden dort Ende Februar alle Bäume gefällt, auch in den Randbereichen, wo gar keine Bebauung vorgesehen ist. „Hier wurde viel zu viel abgeholzt“, so Frank Wissing, „Ich sehe nicht, mit welcher Begründung die Stadt der Fällung der grenzständigen Bäume zustimmen konnte“. Es ist nachvollziehbar, dass in Bonn mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden muss. Damit aber das Leben direkt neben der lärmenden Reuterbrücke und der Bahntrasse auch für die zukünftigen Bewohner dieser neuen Wohnanlagen wenigstens einigermaßen erträglich sein wird, muss eine direkte und funktionierende Verbindung zum Freiluftsystem der Stadt Bonn aufrecht erhalten bleiben. „Das IFS darf nicht länger nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss eine verbindliche Grundlage für die Planungen der Stadt sein!“, sagt Herbert Weber.

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